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Wachstum – Fluch oder Segen ? |
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Sie war die zentrale Frage der 70er-Jahre, verschwand dann aus dem Scheinwerferlicht und ist jetzt wieder aktuell: Die Frage nach der Grenze des Wachstums.
Das ungehinderte Wirtschaftswachstum – ist es Fluch oder Segen? Für die einen ist Wachstum die einzige Möglichkeit, um die ökonomischen und sozialen Verhältnisse weltweit zu verbessern. Wirtschaftswachstum bedeutet für sie Beschäftigung und Lebensqualität. Wachstum ist das Ziel der Wirtschaftspolitik, von Unternehmen und auch von Privatpersonen. Für Wachstumskritiker hingegen birgt Wachstum viel Gefahr und Ungleichheit.
Kritische Betrachtung Die Kritik am ungebremsten Wirtschaftswachstum entstand in den 70er-Jahren. Damals warnten Kritiker vor den Folgen des ungebremsten Wachstums. Sie prognostizierten ein weltweites Ungleichgewicht, Umweltverschmutzung und ein globales Desaster. Alle wichtigen Rohstoffe würden ausgehen oder knapp werden. Diese Prognosen haben sich nicht bestätigt: Die Preise fast aller wichtigen Ressourcen sanken. Es leben heute weniger Menschen in Armut als vor 50 Jahren. Es gibt dreimal so viele Demokratien auf der Welt als in den 70er-Jahren, und viele Regionen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu wichtigen und politisch stabilen Wirtschaftskräften entwickelt, statt weiter in die Krise zu schlittern.
Soviel zum prognostizierten Desaster. Allerdings birgt der weltweite Hunger nach Energie und Ressourcen im Zuge des Wachstums auch Risiken, deren Auswirkungen – wie die Atomkatastrophe in Japan zeigt – nicht abschätzbar sind und die positiven Folgen des Wachstums überschatten können. Dass die Modelle der Wachtumskritiker der 70er- Jahre von der Wirklichkeit in den Hauptkritikpunkten widerlegt wurden, lag unter anderem daran, dass die Grundannahmen sich schneller änderten als erwartet. Die Wachstumskritiker hatten die positiven Folgen des technischen Wandels unterschätzt – die Effizienzsteigerungen und den niedrigeren Rohstoff- und Energieverbrauch. Die Folgen des Wachstums sind nicht so verheerend wie zuerst erwartet, aber die Herausforderungen sind geblieben. Rohstoffe wie Metalle, Energieträger, aber auch Wasser oder Boden werden knapp, und die Umweltschäden nehmen zu. Und die zentrale Frage bleibt bestehen: Wie lange kann es noch so weitergehen?
Spannende Fragen Die Ausgangslage zum Thema Wachstum ist spannend und herausfordernd zugleich. Die Referenten an den Schaffhauser Wirtschaftsimpulsen haben unterschiedliche Erfahrungen, die sie in die Diskussion einbringen können. Es geht dabei auch um die Frage, ob Wachstum ein Fluch oder Segen ist und wie Wirtschaft und Politik mit den Folgen des Wachstums umgehen.
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